Ein Abenteuer beginnt

Hier sind wir wieder, Inken & Maat. Endlich mal wieder an einer Tastatur. Seit wir im letzten Jahr mit dem "Fliegenden Friesländer" wieder in Bensersiel eingesegelt sind, haben wir natürlich viel erzählen müssen. Ja, wir haben viel erlebt, auf den sieben Weltmeeren. Und natürlich wollten alle wissen, welche Abenteuer es waren, die wir auf den Spuren meiner Seeräuber-Schafsvorfahren in der Südsee erlebt haben. Und wie wir an das verwunschene Piratenschiff aus dem 17. Jahrhundert gekommen sind, das uns von Feuerland, unten am Kap Hoorn, wieder zurück gebracht hat. Wir werden das alles aufschreiben. Hier im Blog. Wie ich mit Käpt'n Keno aufbrach und wie Inken mich auf eigenen Huf suchte und schließlich fand. Und von den Gold-Dublonen, die ... aber ich will nicht vorgreifen. Wir bereiten unseren Bericht für euch vor. Versprochen. Euer Maat.

Home for Christmas

Wir sind wieder da, Maat und ich. Am Heiligabend sind wir mit Käpt'n Keno im nebligen Hafen von Bensersiel eingelaufen. Der Schäfer und alle unsere Kollegen standen am Kai und holten uns ab. Sie staunten nicht schlecht, als wir mit dem fliegenden Friesländer, diesem 400 Jahre alten, verwunschenen Piratenschiff fest machten. In den Wanten und an den Masten blinkte eine Lichterkette, allerdings ein wenig hysterisch für die Stille Nacht im kleinen, einsamen Hafen. Aber Keno hatte die irgendwann in Singapur aufgegabelt und hängt seitdem sehr daran.
Wir sind also zurück. Mit einer Menge zu erzählen. Mit Golddukaten. Und mit einigen Buddeln Rum. Fröhliche Weihnachten! Und einen guten Rutsch ins neue Jahr, in dem wir unsere Abenteuer nach und nach erzählen werden!

"Weihnachten zu Hause!!"

Hier ist noch mal Addi, der Hund.
Heute kam eine ramponierte Weihnachtskarte an. Da war ganz schön was los hier im Schafsstall, als ich vorlas: "Sind auf dem Rückweg von Feuerland! Weihnachten wieder zu Hause in Bensersiel! Inken & Maat P.S. Konnten uns im Internetcafé nicht in den Blog einloggen, daher Postkarte."
Ich habe das Passwort selbstverständlich geändert, nachdem ich's geknackt und veröffentlicht hatte! Für was für einen Schafskopf halten die mich? Na, Hauptsache, die beiden schaffen es unbeschadet zurück nach Friesland. Und dann gibt es viel zu erzählen, kann ich mir denken.
Euer Addi

Test Test

Hier ist Addi, der Hund. Jetzt hab ich endlich Inkens Blogger-Passwort geknackt. Hat 'ne Weile gedauert, bis ich auf "Strickpullo4", gekommen bin ...
Nach Maats und Kenos letzter Mail aus der Karibik hat sich dann auch Inken auf die Wollsocken gemacht. Hals über Kopf, um den beiden zu helfen.
Da muss man als Hirtenhund echt sehen, dass hier nicht je-der macht, was er will.
Vorgestern kam in Emden eine Flaschenpost an. Hat ein Kollege von mir vorbeigebracht. (Jetzt ist ja Nachsaison und die Schafe stehen endlich im Stall.) Ist von Inken, die schreibt, ihr geht es gut, sie hätte sich ein Sommerfrisur zulegen müssen, aber sie sei Kenos Kutter auf der Spur, einen Tag vor ihrer Ankunft in Haiti sei der wieder abgelegt. Sie ist guter Dinge, dass sie die beiden Abenteurer wieder zurück zu uns an die Küste holt.
Wollt ich euch nur sagen! Nicht dass ihr euch noch Sorgen macht.

###nachricht aus dem bermudadreieck###

kaeptn keno verletzt + erst daumen verstaucht beim oeffnen einer alten rumflasche von 1792 + jetzt schlimm geprelltes hinterteil in hand- und horngemenge + wurden von eingeborenen piratenziegen ueberrascht +++ sind fliegendem frieslaender auf der spur und offenbar nicht die einzigen +++ rueckzug auf kenos kutter bis hintern wieder einsatzbereit + maat

Piraten-Karten

Maat ist tatsächlich mit Käpt'n Keno auf große Fahrt gegangen. Der Kutter des Alten lag eines nebligen Nachts plötzlich im Hafen von Bensersiel. Maat hatte einen Wollsack mit Sachen gepackt. Kurz haben die beiden über einem Glas Rum Sachen besprochen und sind mit der ersten Flut ausgelaufen. Außer Maats Bloggereintrag aus der Karibik habe ich auch nichts von ihm gehört. Wir machen uns alle Sorgen - und der Schäfer (ausgerechnet der) schon gemeckert, dass wir uns nicht noch graue Wolle wachsen lassen sollen, weil wir nicht wissen, was mit Maat ist. Aber heute, heute kam der Postbote mit einer Karte aus der Dominikanischen Republik auf den Deich. Keno und Maat geht es gut. Sie sind dem Fliegenden Friesländer auf der Spur, einem Piratenschiff das unter dem Seeräuberschafskapitän Thaddäus "Bockaneer" Janssen Jagd auf spanische Galeonen machte. Jetzt nehmen Maat und Käpt'n Keno Kurs auf das Bermuda-Dreieck, um mehr über die Abenteuer des Fliegenden Friesländers heraus zu finden. Das ist alles, was wir von der Postkarte wissen. Addi, der Hund, meint immer, es wird schon schief gehen. Aber ich glaube, ich habe heute schon die erste graue Strähne entdeckt. An Addi.
Drückt die Daumen für Maat und Keno. Inken vom Deich von Bensersiel.
###nachricht aus der karibik##

maat hier. bin mit kaept#n keno in der karibik. sind schon fast drei wochen auf see, auf der suche nach dem fliegender frieslaender, einer piratengaleone. warm hier. internetcafes nur manchmal, mit muenzeinwurf, weiß ncht wie lange mein gel

Warten auf Keno

Maat ist immer noch voll von der Rolle wegen seiner Piraten-Vorfahren. Seine Mutter wusste auch nicht viel mehr. Sie hat lange überlegt meinte, er sollte mal mit dem alten Käpt'n Keno sprechen. Käpt'n Keno ist alt. Sehr alt. So alt, dass nicht mal Addi mehr genau nachrechnen kann wie alt. Und er kennt alle sieben Weltmeere und tausend und zwei Geschichten von Klabautermännern. Er fährt immer noch zur See und kreuzt vor der friesischen Küste.
Jetzt sitzt Maat jeden Abend am Strand und wartet darauf, dass der alte Seebär mit seinem alten Kutter in Bensersiel festmacht, damit er ihn nach seinen Vorfahren, den friesischen Freibeuterschafen, befragen kann. Na. Bis dahin liebe Grüße.
Eure Inken.

Friesische Freibeuter





Addi, der Hund, hat's ausgegraben. Er hat mal wieder im Strandsand gescharrt und gebuddelt - und als Wolle ihn schon aufgezogen hat, Addi sei wohl vergesslich geworden und wisse nicht mehr, wo er seine Knochenbestände vergraben hat, hat der alte Hund doch tatsächlich eine Schatulle gefunden. Aus altem Holz, mit Metallbeschlägen, und zwei-drei Muscheln wohnten auch daran.
Der Schäfer hat sie aufgekriegt - und dann waren wir alle ganz schön baff. Da war vergilbtes Pergament drin, ein Krummdolch und ein goldener Ohrring. Und als wir die Zeichnungen auf dem alten Pergament anschauten, fiel mir mein alter Urgroßvater ein. Der war eigentlich ein schwarzes Deichschaf wie ich. Aber er war, als ich ihn kennen lernte, schon schlohweiß, so alt war der. Und Urgroßvater erzählte mir, wenn er nicht gerade mal in einer Wolldecke im Schuppen schlief, von unseren Vorfahren. Schafen, die zur See gefahren sind, auf Segelschiffen, die auf den Weltmeeren kreuzten. Ich fand das immer schwer zu glauben.

Und gestern abend starrten wir Schafe stumm auf die alten Pergamente, die der Schäfer mit seiner Laterne beleuchtete. Wir alle sahen die Zeichnungen aus einer alten, talentierten Seemannshand. Keiner blökte ein Wort. Also stimmten die Geschichten: Unsere Vorfahren waren friesische Freibeuterschafe. Sie kaperten spanische Galeonen voller Gold und Edelsteine. Ich sage das Wollpulliseminar am Wochenende ab. Am Sonntag ist Muttertag. Ich muss mit Mutter über Urgroßvater sprechen ...

Maat.

Mäh-er

Boh, ist das Wetter gut. Uns wird schon ganz warm unterm Fell (na, jetzt kommt endlich bald die neue Frisur - ich bin schon ganz aufgeregt!), denn wir haben so viel zu tun. Das Gras wächst und wächst und wir müssen mähen, mähen, mähen. Weil ja jetzt auch so viele Touristen kommen, mit ihren Kameras ... da muss der Deich propper aussehen. Sonst sind bei You-Tube nachher unverantwortliche Filmchen drin, meinte Addi, der Hund. Und schon folgt dann schlechte Presse wie "Die lange Schande - Bensersieler Deich meterhoch bewachsen", "Die grüne Hölle - wieder 2 Touristen in dschungelartigem Deichgras vermisst" oder "Kiefersperre? Was ist mit unseren Deichschafen los?" Nein, nein, das geht natürlich nicht. Also mähen wir grad von früh bis spät. Aber dabei wollen wir das Bloggen natürlich nicht vergessen. Oh. Jetzt habe ich die Tastatur ganz grün gemacht. Aber das kann ja der Addi vielleicht mal sauberschlecken. Ich muss mal wieder, die brauchen mich da hinten bei einem riesigen Löwenzahn. Tschüßi, Eure Inken.